Nicht einmal ein Schild weist darauf hin, was sich unter dem Reetdach des über dreihundert Jahre alten Fachwerkbaus in Jameln versteckt. Muss auch nicht sein. »Das Alte Haus« kennt im Wendland ohnehin jeder und es ist mehr als nur ein hervorragendes Restaurant. Das zu beschreiben, passt sowieso auf kein Schild. Es ist eine Institution im Landkreis zwischen Lüchow und Dannenberg. »Das Alte Haus« ist nicht nur die Quelle für zartes Biorind, Lammhaxe und frisch gezapftes Pilsener, sondern auch das Zentralorgan ländlicher Kommunikation. Nachrichtenbörse, Ideenschmiede, Netzwerk und Ausstellungsraum. Für Journalisten, Schriftsteller, Maler, Schauspieler und den normalen Genießer sowieso. Und manchmal dient es auch als Laufsteg für Prominente und solche, die sich dafürhalten. Doch wie entsteht so eine Institution?
In hinreißenden Anekdoten beschreibt Christian Behning, der zusammen mit seiner Frau Henriette vor vierzig Jahren hier eine einfache Kneipe eröffnete, wie »Das Alte Haus« zu dieser Institution heranwuchs. Sie erzählen von durchzechten Nächten, großen Glücksmomenten und finanziellen Abstürzen. Von einfallsreichen und kreativen Mitarbeitern, Freundschaften fürs Leben und menschlichen Unzulänglichkeiten. Von behördlichen Quälgeistern, Dummheit und Arroganz. Von erstaunlichen Auftritten Prominenter und textilfreien Gästen. Und er lüftet das Geheimnis, warum sich ein Grizzly in die Gaststube verirrte und was es mit Henriettes rotem Portemonnaie auf sich hat.